Den Ablauf einer Domain verhinderst du mit automatischer Verlängerung, einer gültigen Zahlungsmethode und einer Kontaktadresse, die nicht unter der Domain selbst liegt, damit Erinnerungen auch ankommen. Ist es doch passiert, gibt es Schonfristen: Bei .de kann der letzte Inhaber eine gelöschte Domain 30 Tage lang zurückholen, bei gTLDs wie .com meist ebenfalls 30 Tage Redemption Period.
Die meisten verlorenen Domains wurden nicht gehackt. Sie sind einfach ausgelaufen: Die Kreditkarte war abgelaufen, die Erinnerungsmail ging an eine Adresse, die niemand mehr liest, oder der Mitarbeiter, der sich darum kümmerte, hat die Firma verlassen. Wer den Domain-Ablauf verhindern will, muss vor allem diese drei Lücken schließen. Das dauert eine Viertelstunde.
Domain-Ablauf verhindern: die Checkliste
- Automatische Verlängerung einschalten. Für jede Domain, die du behalten willst. Bei vielen Registraren ist sie standardmäßig aktiv, bei manchen nicht.
- Zahlungsmethode prüfen. Ablaufdatum der Karte, Kontostand bei Lastschrift. Eine abgelehnte Zahlung ist der häufigste Grund für einen ungewollten Ablauf.
- Kontaktadresse außerhalb der Domain. Läuft
firma.deab und die Erinnerungen gehen an[email protected], kommen die letzten Warnungen nicht mehr an, sobald die Domain nicht mehr auflöst. - Eine Liste führen. Domain, Registrar, Ablaufdatum, wer zuständig ist. Eine Tabellenzeile pro Domain reicht.
- Kalendereintrag 60 Tage vorher für die wichtigsten Domains, unabhängig vom Registrar.
Warum eine abgelaufene Domain gefährlich ist
Der offensichtliche Schaden ist, dass Website und Mail ausfallen. Der weniger offensichtliche entsteht später, wenn jemand anderes die Domain registriert.
Wer eine frei gewordene Domain übernimmt, kann einen MX-Eintrag setzen und alle Mails empfangen, die noch an Adressen unter ihr geschickt werden. Kunden, die alte Kontaktdaten nutzen, schreiben dann einem Fremden. Schlimmer: Viele Konten bei Banken, Cloud-Diensten oder Plattformen sind noch an die alte Adresse gebunden. Ein Klick auf „Passwort vergessen“ genügt. Aus einem Versäumnis wird so ein Einbruch, der sich anfühlt wie im Ratgeber Domain gehackt beschrieben, nur ohne dass jemand eingebrochen ist.
Dazu kommen Links. Andere Websites, die auf deine alte Domain verlinken, zeigen dann auf Inhalte, die du nicht kontrollierst. Abgelaufene Domains werden gezielt gekauft, um genau dieses Vertrauen auszunutzen, für Werbung, Spam oder Phishing unter bekanntem Namen.
Was nach dem Ablauf passiert
Die Fristen hängen von der Endung ab. Für generische Endungen wie .com, .net und .org gibt es Vorgaben der ICANN. Nach der Expired Registration Recovery Policy muss dein Registrar dich mindestens zweimal vor dem Ablauf erinnern, etwa einen Monat und etwa eine Woche vorher.
| Phase | gTLD (.com, .net, .org) | .de |
|---|---|---|
| Vor dem Ablauf | Erinnerungen ca. 1 Monat und 1 Woche vorher | Kein Ablaufdatum bei der Registry, Abrechnung über den Registrar |
| Direkt nach dem Ablauf | Verlängerung zum normalen Preis meist noch möglich, Dauer je nach Registrar | Registrar löscht die Domain oder gibt sie in den DENIC-Transit |
| Wiederherstellung | Redemption Period, 30 Tage, mit Gebühr | Redemption Grace Period, 30 Tage, nur für den letzten Inhaber |
| Danach | Pending Delete, ca. 5 Tage, dann frei | Am Tag nach Ende der 30 Tage frei |
Bei .de ist die Redemption Grace Period seit Dezember 2013 eingeführt. In dieser Zeit ist die Domain nicht im DNS, aber auch für niemand anderen registrierbar. Zurückholen kannst du sie über deinen bisherigen Registrar oder über einen anderen Registrar mit einem AuthInfo-Code, den die DENIC per Post an die gespeicherte Inhaberadresse schickt. Die Wiederherstellung kostet extra, die genaue Gebühr legt der Registrar fest.
Die Kontaktadresse ist der unterschätzte Punkt
Erinnerungsmails sind die Absicherung, und sie wirken nur, wenn sie ankommen. Drei Fehler kommen immer wieder vor:
- Die Adresse liegt unter der Domain selbst. Wenn es eng wird, fällt genau dieser Kanal aus.
- Die Adresse gehört einer Person, die nicht mehr da ist. Nutze eine Rollenadresse, die mehrere Leute lesen, oder eine Weiterleitung an zwei Personen.
- Die Mails landen im Spam. Ein Filter für den Absender deines Registrars hilft.
Diese Adresse ist gleichzeitig der Weg für Passwort-Resets. Sie verdient deshalb dieselbe Sorgfalt wie das Registrar-Konto selbst, inklusive Zwei-Faktor-Anmeldung.
Domains, die du nicht mehr brauchst
Alte Projektnamen, Kampagnendomains, die Domain der früheren Firma: Man lässt sie gern auslaufen. Bevor du das tust, prüf zwei Dinge. Hängen noch Konten an Mail-Adressen unter dieser Domain? Dann stell sie vorher um. Gibt es noch nennenswerte Links oder Besucher? Dann ist eine Verlängerung für wenige Euro im Jahr oft billiger als das Risiko, dass jemand anderes darunter auftritt.
Für eine .de-Domain bei 2,99 € im Jahr ist die Rechnung meist schnell gemacht. Wer viele alte Domains hat, kann sie auf die wirklich relevanten reduzieren und den Rest bewusst aufgeben, mit vorheriger Umstellung aller Konten.
Registrarwechsel ohne Lücke
Ein Wechsel des Registrars ist eine der Situationen, in denen Domains durchrutschen. Die Domain ist beim alten Anbieter gekündigt, der Transfer hängt, und niemand fühlt sich zuständig. Kündige beim alten Anbieter erst, wenn der Transfer abgeschlossen ist, und prüf danach im neuen Konto, ob die Verlängerung aktiv ist. Eine Transfersperre, wie im Artikel Registrar Lock beschrieben, schaltest du nach dem Umzug wieder ein.
Bei betadomain kostet die Verlängerung dasselbe wie die Registrierung, ohne Lockpreis im ersten Jahr, was die Planung einfach macht. Die aktuellen Jahrespreise für alle Endungen stehen in der Übersicht, die Bedingungen für .com-Domains und andere Endungen auf den jeweiligen Seiten. Ist eine alte Domain schon weg, zeigt eine Verfügbarkeitsprüfung deines alten Domainnamens, ob sie wieder frei ist.
Schritt für Schritt
- Auto-Renew einschaltenIm Registrar-Konto für jede wichtige Domain die automatische Verlängerung aktivieren.
- Zahlungsmethode prüfenAblaufdatum der hinterlegten Karte kontrollieren und eine zweite Zahlungsmethode hinterlegen, wenn möglich.
- Kontaktadresse trennenFür das Registrar-Konto eine Mail-Adresse verwenden, die nicht unter einer Domain aus diesem Konto liegt.
- Liste und KalenderAlle Domains mit Registrar und Ablaufdatum in einer Liste führen und 60 Tage vorher einen Kalendereintrag setzen.
- Alte Domains bewusst behandelnDomains, die du nicht mehr brauchst, nicht einfach auslaufen lassen, wenn noch Konten oder Links daran hängen.
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Häufige Fragen
Meine Domain ist abgelaufen. Ist sie sofort weg?
Fast nie. Bei .com und anderen gTLDs folgt nach dem Ablauf meist eine Phase, in der du zum normalen Preis verlängern kannst, danach eine 30-tägige Redemption Period mit Wiederherstellungsgebühr. Bei .de gibt es nach einer Löschung 30 Tage, in denen nur der letzte Inhaber sie zurückholen kann.
Warum ist eine abgelaufene Domain ein Sicherheitsproblem?
Wer eine frei gewordene Domain registriert, bekommt alle Mails, die noch an Adressen unter ihr geschickt werden. Darüber lassen sich Passwörter bei Diensten zurücksetzen, die noch mit der alten Adresse verknüpft sind. Außerdem erben Fremde Links und Vertrauen, die auf die alte Domain zeigen.
Läuft eine .de-Domain überhaupt ab?
Bei der DENIC hat eine .de-Domain kein festes Ablaufdatum. Sie bleibt registriert, bis sie gekündigt oder gelöscht wird. In der Praxis rechnet aber dein Registrar jährlich ab, und wenn du nicht zahlst, löscht er sie oder gibt sie in den DENIC-Transit.
Lohnt es sich, eine Domain für mehrere Jahre im Voraus zu bezahlen?
Bei gTLDs wie .com geht das bis zu zehn Jahre und verringert das Risiko, eine Verlängerung zu verpassen. Bei einem Registrar mit festem Verlängerungspreis sparst du dabei kein Geld, aber du gewinnst Ruhe. Die automatische Verlängerung solltest du trotzdem eingeschaltet lassen.